Sergej Lochthofen zu Gast im Westthüringer Kultursalon

"Grau": Eine Lebensgeschichte aus einem untergegangenen Land

Der Publizist und Journalist Sergej Lochthofen war am Mittwochabend, 11. März 2015  Gast im Westthüringer Kultursalon in der Mühlhäuser Stadtbibliothek Jakobikirche. Im ausverkauften Haus stellte er dem Publikum sein neues autobiografisches Buch "Grau - Eine Lebensgeschichte aus einem untergegangenen Land" vor.

Reformzeitung in der DDR

Die Geschichte, die Lochthofen aufschrieb, beginnt mit seinem Leben im Norden Russlands: Drei Jungen kämpfen in einem schadhaften Boot mitten im eisigen Fluss um ihr Leben. Es ist die Workuta, die einer ganzen Schreckensregion den Namen gibt. Jahrzehnte später steht einer von ihnen auf den Domstufen in Erfurt und verkündet vor zehntausenden Demonstranten, dass seine Zeitungsredaktion sich gerade von der allmächtigen Partei unabhängig gemacht hat. Es ist die Geburtsstunde der ersten Reformzeitung in der DDR.

Westthüringer Kultursalon mit Sergej Lochthofen
Sergej Lochthofen war jetzt Gast im Westthüringer Kultursalon. Foto: Iris Henning

Rückblick auf sein Leben

In seinem Buch blickt der Autor zurück auf ein Leben als Deutscher unter Russen und als Russe unter Deutschen, geprägt von der Erfahrung, ohne wirkliche Heimat aufgewachsen zu sein. Er beschreibt, wie er nach Thüringen kam, auf der Straße die Sprache lernte, als einziges Kind eines Zivilisten in eine sowjetische Garnisonsschule ging, von zu Hause ausbrach, um auf der Krim Kunst zu studieren, vor der Einberufung in die Sowjetarmee zurück in die DDR floh und während der bleiernen Honecker-Zeit den stupiden Alltag in einer Partei-Zeitung als Journalist erlebte.

Veranstaltungsreihe der VR Bank Westthüringen eG

Sergej Lochthofen war bereits das zweite Mal Gast im Westthüringer Kultursalon. Diese Veranstaltungsreihe ist eine Initiative unserer VR Bank Westthüringen eG in Kooperation mit der Stadtverwaltung Mühlhausen und dem Mühlhäuser Kulturbund.